Medico Fonds fahren Verluste ein
Die Medico Immobilienfonds scheinen die prognostizierten Gewinnerwartungen nicht erfüllen zu können. Die Ausschüttung der Gesellschaft des Medico Fonds 30 bleibt sogar über 30 Prozent hinter den kalkulierten Erwartungen zurück. Wer ist verantwortlich und was können betroffene Anleger unternehmen?
Aufgelegt wurden die Medico Immobilien Fonds in den Jahren 1984 – 2005. Die Prospekterstellung wurde dabei von der Gebau Aktiengesellschaft vorgenommen. Von den derzeit noch laufenden Medico Fonds, die allesamt als Kommanditgesellschaft gestaltet sind, befinden sich viele in wirtschaftlicher Not. Bei der überwiegenden Zahl der Fonds können gar keine bzw. nur geringe Ausschüttungen an die Gesellschafter geleistet werden. Die vereinbarten Mietgarantien sind zum Teil bereits ausgelaufen, was zu einer dramatischen Verschlechterung des Vermietungsstandes und somit zu einer Reduzierung der Mieteinnahmen geführt hat.
Für die Vermittlung der Medico Fonds war die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG und die Bonnfinanz AG verantwortlich. Bei einer Durchsicht der Verkaufsprospekte ergeben sich nun Unstimmigkeiten im Hinblick auf die getroffenen wirtschaftlichen Prognosen. Die prognostizierten Mietsteigerungen erscheinen unter Berücksichtigung der gewählten Immobilienstandorte unrealistisch. Die dadurch sehr hoch veranschlagten Miteinnahmen ermöglichten überhaupt erst eine scheinbar plausible rechnerische Darstellung im Bezug auf die Deckung der Ausgaben und Ausschüttungen. Die realen Kosten für den Vertrieb und die Prospekterstellung einiger dieser Fonds liegen außerdem bei teilweise über 30 Prozent der Gesamtinvestitionskosten.
Für betroffene Anleger wird relevant sein, ob die Apotheker- und Ärztebank eG und die Bonnfinanz AG als Fondsvermittler ihrer Pflicht, eine ausreichende Prüfung hinsichtlich der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Projekts vorzunehmen, nachgekommen sind. Sollten sich dem widersprechende Anhaltspunkte ergeben, stehen die Chancen gut, Schadensersatzansprüche gerichtlich durchzusetzen.
