Dezember 2017:

Der CFB-Fonds 167 „Containerriesen der Zukunft 1 hatte bis heute aufgrund der zwölfjährigen Festcharterverträge mit der drittgrößten Linienreederei der Welt MSC zwar keine wirtschaftlichen Probleme auf der Einnahmenseite, dafür hat er aber erhebliche Probleme im Bereich der Schiffsfinanzierung. Die Finanzierung der beiden Schiffe mit einem Fassungsvermögen von jeweils 13.050 TEU wurde je zur Hälfte in USD und JPY aufgenommen, um zum einen Zinsvorteile auszunutzen und um zum anderen vom gegenüber dem JPY starken USD und der damit verbundenen höheren Tilgung zu profitieren. Im Zuge der Finanzkrise kam es jedoch zu erheblichen Wechselkursschwankungen bei den beiden Währungen. Der JPY erstarkte gegenüber dem USD, so dass sich das zur Rückzahlung offene Darlehen umgerechnet in die Ausgangswährung USD rechnerisch stark vergrößerte. Dies hatte die Verletzung der in den Schiffsfinanzierungsverträgen enthaltenen 105%-Klausel und damit eine sofortige Aussetzung der Ausschüttungen an die Anleger zur Folge, da die beiden Schiffe nicht mehr ausreichend Sicherheit für die aufgenommenen Darlehen boten.

Dem CFB-Fonds 168 „Twins 2“ wurde die weltweite Wirtschaftskrise bereits zum Verhängnis. Der Fonds besaß zwei Containerschiffe mit einem Fassungsvermögen von 2.556 TEU. Beide Schiffe wurden auf der Spitze der Preisentwicklung für gebrauchte Containerschiffe aus dem Vorgängerfonds CFB-Fonds 146 für über 41 Mio. USD/Schiff erworben. Nach Auslaufen der Festcharterverträge im Jahr 2013 konnten nur noch kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse zu sehr geringen Charterraten vereinbart werden. Da sich die Situation an den Chartermärkten nicht nachhaltig verbesserte, wurden schließlich auf Druck der die Schiffe jeweils finanzierenden Bank Verkaufsbeschlüsse gefasst. Der Verkauf der Schiffe im Dezember 2014 und Januar 2016 brachte den Anlegern einen Verlust von ca. 75% ihres Kommanditkapitals.

Mögliche Anspruchsgrundlagen für Schadensersatzansprüche
der Anleger:

• Voraussetzung dafür ist ein Anlageberatungsvertrag. Ob ein solcher zustande gekommen ist, bedarf der genauen anwaltlichen Prüfung

• Anlageberatungsvertrag verpflichtet zur anlegergerechte (Berücksichtigung von Risikoneigung, Anlagezielen und –erfahrungen?) und objektgerechten Beratung (Risikoaufklärung?). Einhaltung bedarf der genauen anwaltlichen Überprüfung

• Sonderfall Interessenkonflikt: Bank schuldete Aufklärung über Rückvergütungen sowohl dem Grunde als auch der Höhe nach. Aktuelle Rechtsprechung des BGH macht genaue Prüfung erforderlich, ob ein auf das Verschweigen von Rückvergütungen oder das Verschweigen anderer Pflichtverletzungen gegründeter Schadensersatzanspruch nicht bereits verjährt ist bzw. ob solche Verstöße ggf. nicht kausal für den eingetretenen Schaden sind (bspw., wenn früher oder später weitere Beteiligungen gezeichnet wurden)

• Verjährung: Entweder 3 Jahre nach Kenntnis von einem Beratungsfehler oder auf den Tag genau zehn Jahre nach Zeichnung kenntnisunabhängig

• Rechtsfolge einer Beratungspflichtverletzung: Schadensersatzanspruch. Der Anleger wird so gestellt, wie er bei ordnungsgemäßer Beratung stehen würde. Er kann seinen Schaden Zug um Zug gegen Übertragung der Beteiligung beanspruchen. Schadensberechnung: Kommanditeinlage inkl. Agio berechnet in Euro abzgl. Ausschüttungen in Euro

Anleger sollten zeitnah handeln, da die Verjährung von Schadensersatzansprüchen je nach Zeichnungszeitpunkt spätestens Anfang bis Mitte 2018 eintritt!